DBØADK

Zur HAM-RADIO 1996 ging in Konstanz, am westlichen Ende des Bodensees, ein zweiter Digipeater, DBØADK (430.650 MHz), ans Netz.
Traeger des Digipeaters sind der VFDB-OV Z29 (Konstanz) und am TCP/IP-Betrieb interessierte OMs aus Konstanz.

Lizenzinhaber und Sysop ist Hans, DL7GAI. Weitere Sysops sind Armin, DG9GAA und Thomas, DL3SBB.

Die Idee fuer die Errichtung eines weiteren Digipeaters in Konstanz wurde auf einer Wanderung im Herbst 1995 geboren. Gruende dafuer waren u.a., dass TCP/IP-Aktivtitaet auf dem bereits existierenden Digipeater unerwuenscht ist. Einen reinen 9k6-Userzugang gab es derzeit nur in St. Gallen (HB9KNB-7). Andere, verfuegbare Zugaenge (z.B. HB9AK) werden als Dual-Speed-Zugang betrieben.

So wurde ein Digipeater geplant, der folgende Zwecke erfuellen soll:

1. TCP/IP-Server fuer den lokalen Bereich

2. reiner 9k6-User-Zugang

3. Kleinzellendigipeater, d.h. Versorgungsgebiet soll Konstanz und die naehere Umgebung sein

Als Linkpartner konnte die Betreibergruppe OE9 gewonnen werden. Die Anbindung erfolgt ueber die Gieskanne (s. OE9XPR) bei OE9XPR. Noch im November 1995 konnte ein geeigneter Standort gefunden werden. Ein kommerzielles 70 cm Betriebsfunkgeraet, Baujahr 1976 (SEL SEM57) wurde uns von der Firma Schmidt Funktechnik, D-73037 Goeppingen gespendet.

Da primaeres Ziel die Errichtung eines TCP/IP-Servers ist, ist ein PC unbedingt notwendig. Gleichzeitig ist ein PC auch eine einfache Hardwarebasis fuer einen Digipeater. Wir verwenden derzeit einen PC mit 486SLC-Prozessor (33 MHz), 4MB RAM und ca. 120 MB HD. In diesen ist eine USCC4-Karte (Baycom-Team) mit 2 Modems nach DF9IC eingesetzt.

Der Lizenzantrag wurde am 27. Januar 1996 gestellt. Geplant war, dass DBØADK im ISM-Bereich Betrieb macht - dies wurde jedoch leider nicht befuerwortet. So musste eine Ausweich-Frequenz gesucht werden. Da der Antrag auf einem Sysoptreffen gestellt wurde, konnte auch schnell eine Ersatzfrequenz gefunden werden.

Bereits Mitte Januar 1996 fand erster, bemannter Testbetrieb mit der TCP/IP-Software JNOS statt. Dabei zeigte sich, dass das Programm als Router und reine User-Oberflaeche nicht die von Flexnet gewohnte Funktionalitaet bietet. Ende Januar wurde JNOS durch PC/Flexnet 3.3e als Frontend ersetzt. Damit war die gewuenschte Benutzerfreundlichkeit wieder erreicht. Der Link zu OE9XPR funktionierte problemlos. Der 1k2-Userzugang lag im ISM-Bereich. Als User-Funkgeraet wurde ein einfaches 70cm-Handy verwendet. Ende Februar wurde der Testbetrieb am vorgesehenen Standort wieder eingestellt.

Zwischenzeitlich wurde das 70cm Betriebs-Funkgeraet auf die beantragte Zugangsfrequenz umgebaut und 9k6-faehig gemacht. Es hat <1 W Ausgangsleistung. DBØADK arbeitet mit ca. 1 W ERP.

JNOS und PC/Flexnet wurden so eingerichtet, dass beide Programme miteinander arbeiten, d.h. DBØADK ist nach aussen hin ein PC/Flexnet-System. Zusaetzlich laeuft als Applikation die TCP/IP-Software JNOS (DBØADK-11). Sie haelt ueber PC/Flexnet die Verbindung mit der "Aussenwelt". Beide Programme kommunizieren ueber einen seriellen KISS-Link. Betriebsystem ist MS-DOS.

Am 23. Mai 1996 wurde die Lizenzurkunde fuer DBØADK ausgestellt.

Leider wurde der Digistandort Ende Mai wegen Eigenbedarf ueberraschend gekuendigt. Wir mussten uns daher kurzfristig nach einem neuen Standort umsehen. Diesen fanden wir erfreulich schnell im Stadtzentrum von Konstanz. Es ist der Schlauchturm der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz.

Am 27. Juni wurde DBØADK dort errichtet. Auf dem Dach konnte an einen bereits bestehenden Mast eine 23cm-Helix-Antenne fuer den Interlink und ein 70/23cm-Rundstahler fuer den Userzugang montiert werden.

Bei Einsatz einer Langyagiantenne kann es im Sommer immer wieder zu Linkausfaellen kommen, da die Linkstrecke zum Pfaender fast vollstaendig ueber den Bodensee fuehrt (Polarisationseffekte ueber der grossen Wasserflaeche). Durch die Verwendung einer Helix kann diesem Effekt entgegengewirkt werden. So war im Sommer auch kein Linkabriss feststellbar.

Leider gibt es im Einzugsbereich von DBØADK bisher noch relativ wenig User mit 9k6-faehigen Anlagen. Empfangsberichte liegen bisher aus der naeheren Stadtgebiet vor. Fuer entfernter liegende Stadtteile reicht die Sendeleistung nicht aus. OMs in exponierter Lage koennen DBØADK auch aus ca. 30 km Entfernung arbeiten - jedoch sind hier bereits Beeintraechtigungen durch andere Digipeater zu beobachten.

Im Kurzueberblick:

Alternativer Digi Konstanz DBØADK JN47OQ

Verantwortlich: DL7GAI

SYSOPs: DL3SBB, DG9GAA und DL7GAI

Userzugang: 430.650 MHz Simplex, 9k6 FSK

PC/FLEXNET Digipeater mit Baycom USCC-Karte (2 mal DF9IC Modems)

486SLC 33 MHZ, 4 MB RAM, 120 MB Platte

Userport: Vertikal-Rundstrahler TSB3603, modifiziertes SEL SEM 57 mit 1 W ERP auf 430.650 MHz

Interlink: 1,4m Helix, Linktrx 1, 0.5 W auf 1240.250 MHz (+59 MHz) (A-Digi)

DBØADK-11 ist ein JNOS TCPIP System [44.130.55.50] eingerichtete Dienste: NNTP, SMTP, POP3, FTP, TELNET, FINGER

Spenden: ueber VFBD OV Konstanz, Verwendungszweck: DBØADK

Konto-Nr.: 1592 33-752, BLZ 660 100 75 PostGiro Karlsruhe

falls eine Spendenquittung gewuenscht wird, bitte zuvor mit DL7GAI in Verbindung setzen.

Thomas Maisl, DL3SBB