| Standort | Sager Schweiz, JO42CW, 22km suedlich von Oldenburg |
| Einstiegsantenne | 100 NN |
| Betreiber | Ortsverband Petersdorf, I51 |
| Verantwortlich | DF3DT (Uwe), DL8BDU (Klaus), DD0BR (Rudi) |
| Netzeinstieg 70cm | 438.150 Mhz (Antenne vertikal, PWR 12W) |
| Netzeinstieg 23cm | 1271.000/1299.000 Mhz (Antenne Vertikal) 9k6 Einstieg!! |
| Knotenrechner | PC-AT 80486DX 40 MHZ CPU, 4 MByte RAM, 1.44 MByte Disk, 80 Mb Festplatte, Token-Ring fuer Einstieg und Leer 2 Vanessa-Frontendrechner als PC-Einsteckkarte mit je 2 Ports. |
| Port 0 --- 70 cm Einstieg (TNC2) | |
| Port 1 --- Link Leer (TNC2) | |
| Port 2 --- Link Bremen (Vanessa) | |
| Port 3 --- Link Damme (Vanessa) | |
| Port 4 --- 23 cm Einstieg (Vanessa) | |
| Port 5 ... Reserviert fuer Leer (Vanessa) | |
| Software | TheNetNode Vers 1.70 DAMA Tokenring + Vanessa + Kissl + LAN mit Flexnetgateway |
| 23cm-Links | DB0HFT 9600 Baud (Port2, Vanessa) Linktrx1 mit G3RUH Modem |
| DB0DAM 9600 Baud (Port3, Vanessa) Linktrx1 mit G3RUH Modem | |
| DB0LER 1200 Baud (Port1, TNC2) Linktrx1 .. 9600 Bd.geplant |
D i g i p e a t e r D B 0 P D F Tungeln, September 96Nun betreiben wir, DD0BR-Rudi, DH5BAG-Klaus und ich, DF3DT-Uwe den Digipeater DB0PDF in der Sager Schweiz schon seit ca. 10 Jahren; da ist es langsam an der Zeit, sich an die Entstehungsgeschichte des Ganzen zu erinnern.
Es war so um 1984 als ich von mir bekannten Oms in Westfalen eine TNC-Platine alter Bauart mit XR2206 Modem bekam und diese auch sehr schnell aufbaute.
In Bremen gab es schon einen Digi (DF0HT) der auf 2 Meter 145,650 Mhz zu erreichen war.
Meine ersten Versuche mit dieser Platine verliefen sehr gut.
Schnell konnte ich auch Rudi für diese Betriebsart begeistern. Schon ca. 14 Tage später war auch er in "PR" qrv.
Es existierte schon eine Digistrecke über Hannover, Knüll usw. Richtung Süden. Die Linkstrecken waren meistens auf der Einstiegsfrequenz!!!, also auf 2 Meter realisiert. Damals arbeiteten die Digis noch im sogenannten Level 1 Protokoll, das heißt man mußte für die gewünschte Strecke jeden Digi kennen. Man conn. den Einstiegsdigi, von dort den naechsten usw. bis zum Zieldigi. Es durften nicht mehr als 8 Digis sein. Im Level 1 Protokoll gab der Zieldigi seine Quittung immer an den Einstiegsdigi zurück. Man kann sich vorstellen, daß es oft sehr lange dauerte bis mal eine Meldung durchkam obwohl um 1984 die Bandbelebung in PR längst nicht so groß war wie sie heute ist.
Nach vielen PR-QSOs und Versuchen konnten Rudi und ich auch sehr schnell den Klaus für PR gewinnen.
Da die nächsten erreichbaren Digis in Bremen und Tecklenburg standen, wuchs in uns die Idee einen Digi im Oldenburger Land zu bauen.
Mittlerweile war der PR-Betrieb hauptsächlich ins 70 cm Band verlagert worden.
Wir setzten uns zusammen und überlegten, was wir denn so zum Betrieb eines Digis benötigten. "Da brauchen wir ja gar nicht so einen Aufwand treiben", dachten wir. "Ein 70 cm Gerät einen TNC und die entsprechende Stromversorgung".
Über den Standort bestand kein Zweifel, da kam nur der ausgediente Fernmeldeturm auf unserem Fielddaygelände in der Sager Schweiz in Frage. Sage liegt in der Nähe von Ahlhorn.
Da wir auch zwischenzeitlich unseren OV I 51 (OV Petersdorf) mit Klaus als OVV gegründet hatten, war die Lizenzbeantragung für ihn kein Problem.
Nun begann die Zeit des Wartens. Was sich in solch einer Zeit alles ändern kann!! Unsere "alten TNCs" kamen plötzlich aus der Mode. Die bestehenden Digis arbeiteten nun alle im "Level 2" Modus. Die Linkstrecken, also die Verbindungen der Digis untereinander, wurden ins 23 cm Band verlagert.
Dieses waren natürlich echte Verbesserungen.
Level 2 bedeutet, daß jeder Digi, der bei einer Verbindung mit im Spiel ist, sofort die empfangenen und entsandten Pakete zu seinem Nachbar-Digi quittiert.
Damit wurden die Durchlaufzeiten wesentlich verbessert. Es wurde ein besseres Routing eingeführt, man brauchte nicht mehr die Digis einer Strecke zu kennen. Durch die Verlagerung der Linkstrecken auf 23 cm gab es auch längst nicht mehr so viele Paket-Kollisionen wie vorher.
Natürlich steckt da noch 'ne Menge mehr hinter doch soll es ja nur eine kurze Beschreibung sein.
Unser Versuchsaufbau auf 70 cm lief super. Rudi und ich hatten eine Strecke zwischen unseren QTHs aufgebaut um Erfahrungen zu sammeln. Kurzer Hand beschaffte Rudi sich den neuen TNC2 von der Firma Eisch und testete ihn ausgiebig. Schnell hatten auch Klaus und ich uns dieses Gerät zugelegt.
Dann kam die Verlagerung der Links auf 23 cm.
Für unser Digi-Projekt brachten diese Veränderungen wesentliche Probleme mit sich. Wir hatten doch überhaupt keine Erfahrung mit 23 cm. Wie sollten wir das realisieren??? Da unsere Platinen das Level 2 Protokoll nicht verarbeiten konnten benötigten wir erst einmal neue TNC-Platinen. Auch war es mit 1 Platine für Einstieg und LINK nicht mehr getan.
Irgendwann 1986 bekamen wir auch die Digi-Lizenz (DB0PDF) auf die wir sehr stolz waren und es immer noch sind. hi
Zu diesem Zeitpunkt war zumindest für uns noch immer nicht an ein 23 cm Gerät zu denken. Wir beabsichtigten daher unseren Digi erst einmal ausschließlich für Testzwecke in die Luft gehen zu lassen. Eine Anbindung war noch nicht erforderlich.
Ich hatte noch einen alten 70 cm TRX mit großem "Hörschaden". Die "taube Nuß" war aber besser als gar kein TRX.
Im Probeaufbau funktionierte die Strecke zwischen Rudi und mir hervorragend.
Rudi baute die Stromversorgung, den(die) TNC und das Funkgerät in einen Schaltschrank ein. Dieser sollte anschließend im Bunker in- stalliert werden.
Eine alte Ringo-Ranger 70 cm Antenne für den Einstieg war schnell gefunden.
Es kam der große Tag an dem wir alles in Sage aufbauten. "Mal eben schnell" wie wir dachten, war es aber dann doch nicht getan. Endlich war es aber soweit und der Digi DB0PDF ging ohne Anbindung in die Luft.
Der taube Empfänger und das lange Antennenkabel von der Turmspitze bis in den Bunker erwiesen sich als hervorragende Dummyload.
Rudi, Klaus und ich konnten den Digi nur mit großer Sendeleistung arbeiten. Nach kurzer Überlegung beschlossen wir die ganze HF-Seite auf die Turmplattform in 35 Meter Höhe zu bringen und nur die TNCs im Bunker zu lassen.
Nach etlichen Winter-Wochenenden Arbeit war auch dieses geschehen und der C500 war nun auf der Plattform des Turmes qrv. Von dort ging die NF dann über ca. 40 Meter Kabel in den Bunker.
Jetzt sah unsere PR-Welt schon besser aus und wir konnten relativ gut mit dem Digi arbeiten. Was waren wir stolz, - die ersten USER auf UNSEREM Digi!!!
Jetzt mußte die Anbindung her, die Zeit war reif. Die Anträge für 23 cm und auch die Frequenzen waren klar. Es war geplant eine Anbindung an Bremen und eine nach Damme zu erstellen.
Nach Absprache mit den Bremer PR-Leuten hatten wir in der Übergangszeit eine Anbindung auf der Einstiegsfrequenz nach Bremen. Das ging bei der geringen PR-Netzbelastung erstaunlich gut.
Um endlich auch auf 23 cm Erfahrungen zu sammeln, schaffte Klaus sich ein 23 cm Gerät TM 531E von Kenwood an. Dieses bietet die Möglichkeit einer programmierbaren Shift über das gesamte 23 cm Band.
Kurz entschlossen stellte Klaus uns das Gerät für den Digi zur Verfügung. Dank seiner Spontanität konnten wir nun unseren ersten 23cm Link aufbauen.
Da in Bremen die Box (DB0CL) stand und in diese Richtung wohl mit dem größten Datenaufkommen zu rechnen war, sollte unser LINK auch nach Bremen gehen. Wir kamen mit den dortigen OMs überein die geplante Linkfrequenz Verden-Damme (1299,350 Mhz) zu nutzen, da diese Strecke in Verden technisch nicht klappte.
Wir bekamen eine 23 cm Schlitzgruppenantenne als Sachspende, die für unser Vorhaben wie geschaffen war.
Für den Umbau des Digis opferten wir gern ein weiteres Wochenende. Neben seinen beruflichen Pflichten und den endlosen "Digi-Stunden" baute Rudi den Schaltschrank für die Aufnahme weiterer TNCs komplett um.
Unsere Teamarbeit zeigte schon bald recht große Erfolge. Der Digi fühlte sich in seiner "neuen Behausung" so wohl, daß die Anbindung einwandfrei verlief.
Inzwischen war übrigens auch ein neues Einstiegsgerät für 70 cm im Einsatz .Ein umgebautes kommerzielles Telecar mit 10 Watt Ausgangsleistung. Dieses Geraet kam als Sachspende von DD3DI (Wolfgang) aus Berlin. Er hat uns dank seiner "HF"-Erfahrung über so manches Anfangsproblem hinweggeholfen.
Zu allem Überfluß erwies sich die Ringo-Ranger Antenne als Quertreiber in unserer Erfolgsserie.
Nach jedem Regen war sie schlichtweg "abgesoffen" und hörte abso- lut nichts mehr.
Wir montierten schließlich eine 11 Element Vormastantenne, mit Hauptrichtung Oldenburg auf die Turmspitze, was wesentliche Vor- teile für die Oldenburger OMs mit sich brachte.
Der Digipeater konnte nun auch mit einem Handfunkgerät erreicht werden.
Durch mittlerweile eingegangene Spendengelder war es uns möglich, ein TM 531 für den Digi anzuschaffen so daß Klaus sein Gerät wieder für eigene Zwecke verwenden konnte.
Ein Dank an alle Spender und an unseren Klaus!!!
Der erste Bausatz eines 23 cm Linktrx war eingetroffen. Klaus machte sich eifrig daran ihn aufzubauen.
Alles lief nach Plan, wir fühlten uns wie im siebten Himmel.
Unsere "Digi-Euphorie" wurde jedoch nach einem Sturm im Dezember 1989 stark gedämpft.
Wasser war in dem Schrank auf der Turmplattform eingedrungen und hatte das TM 531 zerstört. Das Gerät mußte zur Reparatur eingeschickt werden, was zur Folge hatte, daß Klaus sein TM 531 erneut an den Digi abtreten mußte (durfte).
Wasser in den Funkgeräten, das durfte nicht wieder passieren!!!.
Das "lästige Verplanen" der Wochenendstunden, hatte sich vorerst erledigt.
Voller Eifer montierten wir einen neuen Schrank in den alten hinein um dem Wasser nicht mehr die geringste Chance zu geben.
Nachdem auch dieses Problem aus der Welt geschafft war planten wir weiter. Schließlich mußten im "Endausbau" drei Linkstrecken bedient werden, das bedurfte noch einiger Überlegungen.
Wir hatten dabei Bremen (DB0HFT), Damme (DB0DAM) und Leer (DB0LER) im Visier.
Um aber diese Strecken ans Laufen zu bringen lagen noch eine Menge Arbeit und Kosten vor uns.
Rudi befaßte sich seit längerer Zeit mit einer neuen Digisoftware, die auf einem PC läuft und das Vernetzen der TNC-Platienen erheblich vereinfachen sollte.
Er machte gleichzeitig Versuche im "Shack", die sehr positiv verliefen. Rudi war es auch, der den Vorschlag machte unseren Digi auf das Konzept der sogenannten "The Net-Node-Software" umzubauen,da von diesen "Dingern" immer mehr in die Luft gingen.
Schnell hatte er einen PC aufgebaut der für unsere Zwecke geeignet war.
Wieder war ein größerer Umbau angesagt.
Das ganze Innenleben des Schaltschrankes im Bunker wurde herausge- nommen und durch den PC ersetzt.
Unser Digipeater, DB0PDF, heute:
Die Linkstrecken nach Bremen, Damme und Leer sind im Betrieb. Bremen, Damme und Leer werden über Eigenbau-Linktrxe (23cm) bedient.
Als Einstiegsantenne benutzen wir jetzt eine mehrfach gestockte Tonna Vertikalantenne mit ca. 12 db Gewinn.
Im Bunker verrichtet ein AT-286 seine Arbeit und bedient die TNCs über einen 19200 baud schnellen "Tokenring".
Auch sind mittlerweile die Funkgeraete wieder in den Bunker gewandert und befinden sich dort in einem neuen Schaltschrank. Die Antennen werden über hochwertiges Flexwellkabel versorgt. Der Link nach Bremen ist seit Oktober 1993 auf 9k6 Bd umgeruestet und funktioniert zufriedenstellend.
Die Endausbaustufe ist eigentlich erreicht und wir könnten uns be- ruhigt in den Sessel lehnen - aber...
es geht weiter mit DB0PDF!!!
Die Linkstrecken müssen schneller werden, wir werden dort über kurz oder lang alle Links auf 9k6 Bd umruesten.
Es ist außerdem geplant einen Einstieg auf 23 cm zu schaffen der nur mit 9600 Bd laeuft. Wir erhoffen uns damit eine Entlastung des 70 cm Einstiegs. Die Genehmigung ist mittlerweile eingtroffen. Einstiegsfrequenz:1271.000 Mhz Ausgabefrequenz :1299.000 Mhz
"Baue einen Digi und du bist vor Überraschungen nicht sicher. Da denkst du jetzt ist es geschafft, da hörst du es auch schon wieder "mauscheln".
Ausserdem wird der ganze Digi nach und nach auf das neue Vannessa- Konzept umgebaut. Durch den Tokenring ueber die V24 Schnittstelle ist die Interruptbelastung der CPU sehr hoch. Dieses kann spaeter mal zu Engpaessen fuehren. Bei Vannessa handelt es sich um sog. "Frontendprozessoren" die als PC-Einsteckkarten ausgefuehrt sind. Auf einer Karte sind 2 Ports vorhanden an die nur noch die 9k6 Modem angeschlossen werden. Der Datenaustausch zwischen PC und den Karten geschieht nun ueber den PC-Bus was wesendlich schneller geht. Die erste Vannessakarte ist aufgebaut und getestet und wartet auf ihren Einsatz. hi
Die Linkstrecke nach Damme ist seit November 1995 nun auch mit 9k6 in Betrieb und der ganze Digi ist auf Vannessa-Karten umgeruestet. Als Knotenrechner verrichtet nun ein 486 DX 40 Mhz mit 4 Mb Ram und 80 Mb Festplatte seinen Dienst. Wir haben hier jetzt TNN 1.70 im Einsatz die ja die moeglichkeit bietet einen Flexnet Nachbarn ueber ein Flexgate anzubinden. Da Damme ein Flexnetknoten ist, machen wir sehr gute Erfahrungen mit dieser Knotensoftware. Wir hoffen noch in diesem Jahr auch Leer über 9k6 anzubinden, auf unserer Seite ist alles vorbereitet. Der 9k6 Einstieg auf 23 cm ist ebefalls in Betrieb.
Endet die "Aktion Digi" überhaupt irgendwann?
Wahrscheinlich nicht und das ist auch gut so, denn was wären wir ohne unseren ach so geliebten Digipeater
-T R A U R I G !!!-
Am Ende bleibt noch zu sagen: Allen Usern von DB0PDF einen herzli-
chen Dank. Ohne Eure PR-Aktivitäten und Spenden wären wir wohl
nicht so motiviert und erfolgreich ans Werk gegangen.
Allzeit gut Link und keine Kollisionen!!!
VY 55 + 73 DF3DT (Uwe), Verfasser dieser Info, sowie DD0BR (Rudi), und DL8BDU (Klaus) Sysops von DB0PDF