Vorstellung des Digi DBØSBK

Planung, Aufbau und Inbetriebname des Digi:

DBØSBK wurde noetig, da der Link DBØHP (RMNC) <--> DBØCZ (DieBox) wegen ATV auf der alten 70cm Link-QRG eingestellt werden musste. Als Alternative blieb nur das Ausweichen auf 23cm uebrig. Die geographische Lage in unserem Raum liess aber einen direkten Link auf 23cm nicht zu.

Da wir zu diesem Zeitpunkt gerade dabei waren, 9k6 auszuprobieren, fingen wir an, einen DIGI mit 9k6 User-Einstieg und Link zu DBØHP und DBØCZ zu planen. Zuerst stand natuerlich die Wahl des Rechnersystems zur Diskusion. Wir entschieden uns dann nach reichlicher Ueberlegung fuer einen RMNC. Der DIGI-Standort war zum Glueck kein Problem, da sich OM Helmut DJ8BF, spontan bereiterklaerte den DIGI bei sich im etwas hoehergelegenen Moenchweiler unterzubringen. Die ersten Versuche auf 23cm zum BBS (DBØCZ ca. 12km entfernt) verliefen erfolgreich. Die Anbindung an den Plettenberg (DBØHP) sollte darum auch keine Probleme bereiten, da Sichtverbindung besteht. Ausserdem konnten die bestehenden Link-Parter von DBØHP mit 9+ gehoert werden.

Danach konnten wir dann den DIGI mit 9k6-Links beantragen. Die Teile fuer die Rechner-Karten wurden schon einmal vorsorglich bestellt. Uns erschien die Rechnerkarte von HB9ATU als die beste Loesung, da es die RMNC3-Karten zu diesem Zeitpunkt noch nicht gab. Im Sommer 1993 war es dann endlich soweit. Der erste 'Trockentest' mit dem RMNC ergab einen herben Rueckschlag, da fast alle GALs der DF9IC-Modems sich verabschiedet hatten und zusammen mehrere Ampere zogen. Nur auf der Karte die mit einer Transsorbdiode geschuetzt war, blieben 2 GALs ganz. Ein paar laengere Gespraeche mit einem Experten von der FH-Furtwangen erhaerteten die Vermutung, dass es sich um Spannungsspitzen vom Labornetzteil handeln muss, die aber auf einem Oszi nie nachgewiesen werden konnten. Danach wurden dann alle Karten mit Transsorbdionden geschuetzt und nur noch ueber einen 78H05 betrieben. Seither ist kein GAL mehr gestorben. Der RMNC wurde danach mit geliehenen 70cm Tranceivern getestet. Zu diesem Zweck stand uns ein 70cm 9k6-Testeinstieg an der Box DBØCZ zur Verfuehgung, sodass die wenigen 9k6-User ueber den DIGI (Test-Call DL0AFV) direckt in die Box einsteigen konnten.

Als 23cm-Transceiver wollten wir einen Link-TRX nach DF9IC einsetzen. Die Wahl fiel auf den ganz neuen Link-TRX3a. Leider war nur der Sender fertig und Henning konnte uns noch keinen genauen Termin der Fertigstellung nennen. Die ersten Sender waren bereits aufgebaut, als wir bei einem Sysop-Meating Henning ueberreden konnten Beta-Tester fuer den Link-RX3a zu 'spielen' und er versprach uns die Unterlagen zu schicken. Nach dem dann alle benoetigten Unterlagen vorhanden waren, machten wir uns an die Arbeit. Dabei stellten wir fest, dass es eigentlich ohne grosse Aenderung (nur andere Filter) moeglich war, die Links auch mit 19k2 vollduplex zu betreiben. Die 23cm Duplexweichen gaben wir bei Andreas DL9GW in Auftrag, der sie auch erstklassig fertigte. Im Herbst 1993 wurde dann der erste Empfaenger fertiggestellt und in Betrieb genommen. Nach kleinen Aenderungen die Dank Henning schnell gefunden waren, funktionierte der Empfaenger ausgezeichnet. Danach waren auch die anderen Empfaenger schnell aufgebaut und der erste Link zu DBØCZ konnte Testweise auf 9k6 vollduplex in Betrieb genommen werden.

Helmut DJ8BF war tatkraeftig damit beschaeftigt, Yagis nach verschiedenen Bauanleitungen nachzubauen und sie noch zusaetzlich fuer PR (59 MHz Bandbreite) zu modifizieren. Im Fruehjahr 1994 wurden dann die erste Doppelquad durch eine Yagi ersetzt. Gleichzeitig wurde versucht das TNC2H an der Box auf 19k2 vollduplex umzubauen. Leider war aber die Taktfrequenz von 9.83MHz nicht schnell genug, sodass nach Moeglichkeiten gesucht wurde diese zu erhoehen. Das TNC wollte im normalen Ausbau mit 12MHz leider nicht mehr richtig funktionieren. Durch Einsatz von Foehn und Kaeltespray stellte sich das EPROM als Uebeltaeter heraus (150ns EPPROM). Nachdem ein 120ns EPROM gefunden wurde, funktionierte das ganze auch noch bei 14MHz. Zur Sicherheit wurde dann noch ein RAM mit 70ns und ein EPROM mit 100ns eingesetzt. Seither waren keinerlei Fehlfunktionen festzutellen.

Leider waren die bestellten Quarze immer noch nicht da. Um aber wenigstens eine schwache Netzanbindung zu haben, konnten wir Dank Wolfgang DL1GWR, der uns einen 23cm TRX zur Verfuehgung stellte, ein 1k2-Link zu DBØHP installieren. Nun kam auch endlich (nach ca. 9 Monaten) die lang erwartete Lizenz. Das CALL konnte nun von DL0AFV in das langersehnte DBØSBK geaendert werden. Am 23.04.94 kamen auch endlich die Quarze. Und so konnte am 30.04.94 der Link DBØSBK <--> DBØHP mit 19k2 aufgebaut werden.

Nach ein paar kleinen Problemen mit einem Sky-Trimmer und dem daraus folgendem zweiten Aufstieg zum Plettenberg lief der Link sehr gut. Bis heute wurden nur kleinere Einbrueche in Richtung DBØHP festgestellt, die aber die Laufzeiten von 2/2 nicht beeinflussten und dass obwohl der Link DBØHP - DBØID (jetzt DBØHP - DBØAAA) auf der gleichen Frequenz laeuft. Auch bei Last wurde er schon ausgiebig getestet, wobei sich eine maximale Kapazitaet von ca. 700-800 kByte pro 10 min in jede Richtung ergab. Die Linkzeit blieb dabei immer unter 20.

Spaeter wurde das TNC2H bei DBØCZ durch einen RMNC ersetzt, sodass die Baudrate auf 28k8 erhoeht werden konnte. Um auch DBØHP die volle Linkgeschwindigkeit zur Box zu ermoeglichen, wurde auch der Link DBØSBK <--> DBØHP auf 28k8 erhoeht. Durch gute Messmittel konnte die Bandbreite auf das gleiche Niveau eines 19k2 Links reduziert werden.

Seit ueber 2 Jahren laueft der DIGI nun zu unserer vollen Zufriedenheit. Die Verfuehgbarkeit von DBØSBK liegt schaetzungsweise bei ueber 99%. Der geplante 23cm Einstieg ist nun genehmigt und wird vermutlich noch im Herbst 1996 in Betrieb gehen.

Unser Dank gilt den vielen, die dieses Projekt ermoeglicht und gefoerdert haben.

Technische Daten von DBØSBK:

Standort:  78087 Moenchweiler, Loc.: JN48EC auf 745m ue.N.N.
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Einstieg:  9600 Baud auf 438.300 MHz -7.6 MHz duplex
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Links:
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Port  Call   QTH     Standort     QRB   Baud   QRG    Bemerkung
  1   USER   JN48EC  Moenchweiler   -    9k6d  70cm   User-Zugang 438.300
  2   USER23 JN48EC  Moenchweiler   -   19k2d  23cm   User-Zugang im Aufbau
  3   DJ8BF  JN48EC  Moenchweiler  10m 115k2d  Kabel  Lokal - RS422
  4   DB0HP  JN48JF  Plettenberg  34km  28k8d  23cm   ok
  5   DB0CZ  JN48FA  Brigachtal   11km  28k8d  23cm   ok

Technik:
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RMNC     : Solomaster mit 4 HB9ATU-Karten alle mit 12MHz.
           1 RMNC3-Karte
           Multi-Funktionskarte nach DL2GRD/dg2ggp mit 16 AD-Kanaelen,
           BERT-Ausgabe und RS422 - Schnittstelle.
HF 23cm  : Link-TRX IIIa nach DF9IC/DC6IQ mit 0.5W an einer 18 bzw. 22 el. Yagi
HF 70cm  : Betriebsfunkgeraet von ASCOM mit ca. 10 Watt an einer Groundplane
Power    : Zwei linear geregelte Netzteile mit +5V/5A, +12V/14A
           Notversorgung durch unterbrechungsfreihen Akku-Betrieb.

Verantwortliche OPs:
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SysOp    : DL2GRD, Dirk   -> DIGI / RMNC-Unit
CoSysops : DL1GFM, Markus -> HF-Unit
           DG2GGP, Gerd   -> Power-Unit

Zustaendig:  Mailbox: C DB0CZ  *  DX-Cluster: C HB9W-8  *  DVMS: DB0VS-11
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Finanzierung:
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Durch Spenden an den Amateurfunk-Foerderverein Schwarzwald-Baar e.V. (AFV).
Infos zum AFV e.V. stehen in DB0CZ (Rubrik AFV),
Spendenkonto:
       Amateurfunk-Foerderverein Schwarzwald-Baar e.V.
       Postgiro Karlsruhe
       BLZ 660 10075
       Kto 2732 12-754

Fuer Spenden ab 100 DM werden vom AFV e.V. Spendenbescheinigungen ausgestellt.

vy 73 de DIGI-Sysopcrew (Dirk DL2GRD, Markus DL1GFM, Gerd DG2GGP)

Hier die Bilder des Digis:


letztes Update des Textes: 15.04.97